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Lehm, ein Baustoff der Vergangenheit mit Zukunft.

Lehm-Kornspeicher Foto: Robin Elaine

Lehm ist ein seit Jahrtausenden bewährter Baustoff. Schon in alten Kulturen wurde Lehm als Baustoff für die Errichtung von Siedlungen, dem Bau von Befestigungsanlagen (Chinesische Mauer) und für Kultbauten (Totentempel Ramses II) verwendet. Es wurden Techniken wie Stampflehmbau, Lehmziegelbau, Holzfachwerk mit Lehmausfachung, Lehmputz, u.v.m. entwickelt. In den letzten Jahrzenten wurde der Lehm als Baustoff immer mehr von industriell gefertigten Baustoffen verdrängt und ist in Vergessenheit geraten. Der Trend nach energieeffizienten, umweltschonenden Bauweisen hat auch den Wunsch nach gesundem Wohnen in den Vordergrund gerückt. Immer mehr Bauherren und Bauherrinen besinnen sich und setzten Lehm bei der Neuerrichtung oder Sanierung Ihrer Bauprojekte ein. In modernen Bauten findet der Lehm vor allem als Baustoff für nicht tragende Innenwände in Form von Voll-, und/oder Hochlochziegeln und als Innenputz in Form von händisch oder maschinell aufgebrachten Verputzen oder als Lehmbauplatten Anwendung.

Nachteile von Lehm:

  • Lehm ist ein in der freien Natur vorkommender, nicht genormter Baustoff. Er weist abhängig vom Fundort unterschiedliche Zusammensetzung und Eigenschaften auf. Je nach Anwendungsgebiet muss er durch Zusätze nachträglich verändert werden.
  • Durch Verdunstung des Anmachwassers reduziert sich sein Volumen beim Austrocknen, was zu Schwindrissen führen kann.
  • Lehm in natürlicher Form ist nicht wasserfest. Er muss vor Regen, Frost und aufsteigender Feuchtigkeit dauerhaft geschützt werden.

Vorteile von Lehm:

  • Lehm reguliert die Raumluftfeuchtigkeit:
    Lehm kann relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Dadurch wird der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft reguliert und somit das Raumklima verbessert. Eine konstante Raumluftfeuchtigkeit erzeugt ein angenehmes und gesundes Wohnklima, wodurch ein Austrocknen der Schleimhäute verhindert und die Feinstaubbildung reduziert wird. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit in der Raumluft wirkt vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten.
  • Lehm speichert Wärme:
    Wie andere schwere Baustoffe speichert Lehm Wärme und trägt so zur Verbesserung des Wohnklimas bei. Die gespeicherte Wärme (z.B.: durch solare Wärmegewinne) wird gleichmäßig und langsam an die Umgebung wieder abgegeben.
  • Lehm verringert die Umweltbelastung:
    Bei der Aufbereitung und Verarbeitung von Lehm wird viel weniger Energie benötigt als bei der Herstellung anderer Baustoffe.
  • Lehm ist wiederverwendbar:
    Ungebrannter, trockener Lehm muss nur zerkleinert und mit Wasser vermengt werden um ihn wieder verarbeiten zu können. Da Lehm in der freien Natur vorkommt gilt er nicht als Bauschutt und kann somit die Umwelt nicht belasten.
  • Lehm bindet Schadstoffe und Gerüche:
    Lehm enthält eine Vielfalt an Tonmineralien die in der Lage sind Schadstoffe und Gerüche zu binden.
  • Lehm konserviert Holz:
    Die geringe Gleichgewichtsfeuchte von max. 6% verleiht dem Lehm die Eigenschaft, Holz (hat eine Gleichgewichtsfeuchte von 8 – 12%) und  andere organische Stoffe zu entfeuchten bzw. trocken zu halten. Durch diese konservierende Wirkung kann auf chemische Imprägnierungsmittel verzichtet werden. Da tierische Schädlinge 14 – 18 % und Pilze mehr als 20 % Feuchtigkeit zum Leben benötigen, können sie keinen Schaden anrichten.
  • Lehm schirmt hochfrequente Strahlungen ab:
    Lehm schirmt Räume gegen hochfrequente Strahlungen von Mobilfunknetzen, UMTS, GPS und ähnlichen wesentlich besser ab als andere massive Wandbaustoffe.

Woraus besteht Lehm?

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt aus der Gesteinsschicht unserer Erde. Die Verwitterung erfolgt überwiegend durch mechanische Zerstörung des Gesteins durch Bewegungen von Gletschern, Wasser, Wind und Temperatureinwirkung (Frost). Lehm ist ein Gemisch aus Ton, Schluff (Feinstsand) und Sand. Lehm enthält auch Beimengungen von Kies und organischen Materialien.
Der Ton wirkt als Bindemittel welches die Füllstoffe Schluff, Sand und Kies miteinander verbindet. Je nach Fundort zeigen Lehme unterschiedliche Zusammensetzung und unterschiedliche Eigenschaften. In Abhängigkeit vom Hauptbestandteil spricht man vom tonigen, schluffigen oder sandigen Lehm.

Hinweise, weiterführende Literatur:
Einzelne Textpassagen  aus den zusammengestellten Beitrag stammen aus Internetplattformen und einschlägiger Fachliteratur wie “Das neue Lehmbau Handbuch” von Gernot Minke, welches wir für näheres Studium zum Thema Lehmbau nur empfehlen können. Dieses Handbuch und weitere Fachliteratur können Sie hier bestellen.

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