| nachwachsende Dämmstoffe | künstliche Dämmstoffe | |||
| Zellulose und Holzdämmstoffe | Pflanzliche und tierische Dämmstoffe | anorganische Dämmstoffe | organische, geschäumte Dämmtoffe | künstliche Dämmstoffe |
Holzfaser | Flachs | Blähglimmer | expandiertes Polystyrol (EPS, Styropor) | Mineralfaserdämmstoff |
Zellulose | Hanf | Blähperlite | Extrudiertes Polystyrol (XPS, Styrodur) | |
Kokosfaser | Blähton (Leca) | Polyuretham (PUR) | ||
Kork | Calciumsilicat | Resol-Hartschaum | ||
Schafwolle | Mineralschaumplatte | |||
Schilf | Schaumglas | |||
Stroh | ||||



Herstellung:
Stroh ist ein regional verfügbarer, nachwachsender Rohstoff der als Nebenprodukt bei der landwirtschaftlichen Getreideproduktion anfällt. Das frisch geerntete Stroh wird unbehandelt noch auf dem Feld mit Maschinen gedroschen und zu rechteckigen Ballen (Binkel) gepresst, anschließend muss der Strohballen mehrere Wochen trocknen bevor er z.B.: in eine Holzständerwand als Dämmaterial eingebaut werden kann.
Bei einem weiteren Verfahren welches im Waldviertel / Niederösterreich von der Firma Waldland entwickelt wurde, werden Großballen (meist Rundballen) zum Werk angeliefert. Diese werden wieder aufgelockert und in einem speziellen Trockenverfahren von Restkorn und Fremdstoffen gereinigt, anschließend in Form gebracht und wieder zu Strohballen gepresst. Die Strohballenpresse ist so konstruiert, dass unterschiedliche Größen von Strohballen hergestellt werden können. Diese Strohballen wurden auch erstmals Zertifiziert und vom OIB als anerkannter Baustoff zugelassen.
Anwendung / Produkte:
- Loses Stroh:
ist auf Grund seiner leichten Entzündbarkeit aus seinem Einsatzgebiet im Hausbau weitgehend verdrängt worden, und finden nur noch als Zuschlagstoff im Lehmbau Anwendung.
- Strohballen:
werden meist in nicht lasttragenden Bauweisen als Dämmmaterial in Holzständerkonstruktionen eingebaut. Es gibt aber auch Projekte in lasttragender Bauweise (auch in Österreich) wo die Strohballlen in einem speziellen Verfahren ähnlich einem Ziegelmauerwerk aufeinandergeschichtet werden und innen sowie außen mit Lehmputz verputz werden.
Strohballen weisen im Gegenteil vom losen Stroh eine gute Brandbeständigkeit auf (Telefonbucheffekt) und sind auf Grund des hohen Verdichtungsfaktors durch den Pressvorgang nicht anfällig für Mäusefraß und Schädlingsbefall. Allerdings ist das Stroh unbedingt vor Feuchtigkeit zu schützen, ansonsten das Material zu verrotten beginnt.
- Wärmeleitfähigkeit (λD): 0,050 W/mK
- Rohdichte: 105 kg/m3
- Diffusionswiderstand: μ = 1
- Spezifische Wärmekapazität c: 612 J/kgK
- Brennbarkeitsklasse: Klasse E nach EN 13501-1
- PEI nicht erneuerbar: 0,846 MJ/kg
- GWP100: -1,25 kgCO2/kg
- AP: 0,00087 kgSO2/kg
- Inhaltsstoffe: Nachwachsende Rohstoffe = 100 Gew%
- Quelle: www.baubook.at
- Strohäcksel:
werden mit Lehm vermischt und zu Ziegel verarbeitet oder vor Ort als Ausgleichsschichte eingebaut.
Ökologie und Gesundheit:
Der Weizen, aus dem das Baustroh meistens hergestellt wird, braucht für sein Wachstum CO2 welches durch Assimilation aus der Luft aufgenommen und gespeichert wird. Beim Einbau als Dämmstoff wird so ein gewisser Anteil CO2 auf ewig, oder zumindest so lange wie das Bauwerk existiert, konserviert und trägt so zur Entlastung der Umweltbelastung durch den CO2 Ausstoß (Kyotoziel) bei.
Die Strohreserven sind in Österreich in ausreichender Menge regional Verfügbar, die Transportwege dadurch sehr gering. Bei der Produktion ist nur ein geringer Energieaufwand notwendig.
Ein Wiedereinbau von Strohballen ist möglich, in reiner Form ist Stroh problemlos kompostierbar.
Infomaterial:
ASBN
www.baubiologie.at
Systemhausbau – Fertigteilhäuser mit Strohdämmung
GrAT – Gruppe angepasste Technologien
Waldland Produktspezifikation
Waldland Baustrohballen Information
Handelsmarken:
Waldland – Baustrohballen





